Das absurde Wörterbuch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit - auch nicht im Hinblick auf Skurrilität. Für ernstgemeinte wissenschaftliche Recherche suchen Sie bitte weiterhin ihr Heil im Brockhaus oder Wikipedia. Für sarkastische, ironische und rebellische Verweise steht das absurde Wörterbuch allerdings immer gerne zur Verfügung.

Montag, 16. März 2015

Plot, der

Das englische Wort "Plot" wird immer häufiger auch im Deutschen als Bezeichnung für die grafische Darstellung wissenschaftlicher Daten und Datenzusammenhänge verwendet. Plotten ist ein spannendes Phänomen der Wissenschaft, das, obwohl von der Wissenschafterin künstlich kreiert, auch spontan in wissenschaftlichen Arbeiten auftaucht. Es dient, wie das nah verwandte Komplotten, oft zur Verwirrung des akademischen Gegners. Richtig verwendet hat der Plot große Überzeugungskraft, besonders, wenn er gehäuft auftritt (Mz. "Plotte", ähnlich wie Kompott, Mz. -e). 

Äpfel als Kreisplot
Das grafische Kompott ist ein Vertreter des Plots, und wird oft unabsichtlich anstelle des Plots hergestellt. Gerade für Laien ist der Unterschied zwischen den beiden oft schwer zu erkennen, weshalb sie zur Erstellung von Kompotten neigen. 

Das grafische Komplott hingegen, ist eine technisch raffinierte Variante des Plots, die gerne dazu verwendet wird, Tatsachen zu verschleiern. Zur Erstellung eines grafischen Komplotts bedarf es großer Fertigkeit im Umgang mit dem jeweils verwendeten Computerprogrammes (z.B. SPSS, MatLab).

Flogstasofa, das (Sponda ikeana ssp. flogstaviensis)


Der heutige Eintrag ist einer ganz besonderen Art Möbel gewidmet. In Fachkreisen ist es bekannt als Sponda ikeana ssp. flogstaviensis, oder unter dem Trivialnamen "Flogstasofa". Es wird noch diskutiert, ob es sich dabei bloß um eine geografische Rasse des ubiquitär verbreiteten Ikeasofas (Sponda ikeana, auch: Haussofa) oder doch um eine Unterart besagter Spezies handelt. Die Blogautorin tendiert in dieser Frage zur ökologisch vikariirenden Unterart (- die Unterart besetzt also eine ökologische Nische). Das zur Familie der Sofas gehörige Möbel kommt endemisch in Südschweden vor, wobei sich das Verbreitungsgebiet über ein sehr kleines Areal im Nordwesten der Stadt Uppsala erstreckt. Die Unterart muss daher als bedroht eingestuft werden.

Was das Flogsta-Sofa von anderen Spondae ikeanae unterscheidet, ist eine umweltlabil ausgeprägte temporäre Flugfähigkeit, die bei anderen Vertretern dieser Art nur als spontane Mutation auftritt. Es handelt sich hier um eine sehr interessante Merkmalsausprägung, die vermutlich als evolutionäres Relikt zu betrachten ist. Die Flugfähigkeit tritt das ganze Jahr hindurch, jedoch gehäuft in den Frühjahrsmonaten auf.

Forscher nehmen an, dass das Flogsta-Sofa, im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Haussofa, nur semi-domestiziert ist. Die Flugfähigkeit ging bei Ikeasofas, ähnlich wie bei Haushühnern, im Laufe der Zeit verloren. Wozu die Flugfähigkeit des Flogstsofas genau dient, ist noch nicht erforscht. Sicher ist allerdings, dass sie erst im Adultstadium auftritt. Üblicherweise geht ihr ein Habitatwechsel voran. Das Sofa migriert hierbei von seiner angestammten Höhle im Inneren der Sofa-Burg auf den sogenannenten "Balkon", am äußeren Rand des Baues.

Freilebendes Sofa in Coldfall Wood, England.
Ist das Sofa flügge, so begibt es sich von dort auf seinen Flug, der üblicherweise nicht mehr als ein paar Sekunden dauert. Man nimmt an, dass der Flug hauptsächlich dem Verlassen des Baues dient. Üblicherweise ist das Sofa nach der Landung etwas benommen. Es entfernt sich jedoch meist spätestens nach einigen Stunden von seinem Landeplatz. Wohin die halbwilden Sofas danach verschwinden ist noch ungeklärt. Forscher nehmen jedoch an, dass sie sich als Einzelgänger in den Wäldern östlich von Uppsala ansiedeln.

Die schwedische Universität für Agrarwissenschaften hat zur Beantwortung dieser Frage eine Forschungsgruppe eingerichtet, die derzeit im natürlichen Lebensraum des Flogstasofas Feldforschungen anstellt. Die Forschungsergebnisse werden regelmäßig an dieser Stelle veröffentlicht.