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Mittwoch, 14. Mai 2014

Nektar, der

Hopfennektar
Mit dem Frühling sind die Blumen zurück, bald auch das heimische Obst, und mit der Wärme auch andere Substanzen, die das Sommerhalbjahr olfaktorisch unverwechselbar machen. Ein Haarfärbeprodukt wird aktuell damit beworben, dass es 'floralen Nektar' enthält. Ganz klar, floraler Nektar, süßes Zeug das von Blumen produziert wird und Bienen anlockt. Warum man sich das in die Haare tut ist schon weniger offensichtlich. Aber die Botschaft ist im Grunde so überzeugend wie unsubtil: Man/frau lockt damit leichter Bestäuber an. Und wegen seiner Haarpracht von Bienen umschwärmt zu werden ist sowohl in seiner linguistischen Vermurkstheit, als auch ästhetisch interessant. Solange man nicht allergisch ist.

Ein wenig anders sieht es mit dem fruktalen Nektar aus. Er kommt natürlich in 100%-Fruchtsäften im Supermarkt vor und wird hauptsächlich aus Orangen gewonnen. Anders als der florale Nektar lockt er keine Insekten, sondern kleine Gesundheitspartikel an, die sich nach Verzehr auf dem/der Konsumenten/in niederlassen und ihn/sie vor Alzheimer, Durchfall und schlechten Zähnen schützen.


Schwieriger ist es, die Funktion des letzten Vertreters der Nektare zu beschreiben. Der sogenannte faunale Nektar wird vor allem von hominiden Säugetieren produziert. Die Hauptzeit der Produktion liegt, wie bei den vorher beschriebenen Nektararten, in den Sommermonaten. Die Forschung ist noch uneins, was die Bedeutung des faunalen Nektars betrifft, Studien weisen allerdings darauf hin, dass ihm abschreckende Wirkung zukommt, die vom Menschen gezielt in überfüllten öffentlichen Transportmitteln und am Arbeitsplatz eingesetzt wird, um sich gewaltfrei gegen aufdringliche Exemplare der eigenen Gattung zur Wehr zu setzen. Aus evolutionärer Sicht dient dieser Mechanismus möglicherweise dem Vermeiden von Krankheitsübertragungen. Besonders stark riechende Individuen hätten demnach einen Fortpflanzungsvorteil, was allerdings bislang nicht bestätigt werden konnte.

1 Kommentar:

  1. In diesem Zusammenhang wären auch noch die botanischen Öle in besagtem Haarfärbeprodukt zu erwähnen. Gemeinsam mit den vom menschlichen Haupte selbst produzierten, zoologischen Ölen sind sie essenziell für das Weiterbestehen der Haarpflegemittelindustrie.

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